In Time

Du bezahlst mit deinem Leben

Wie wäre es, wenn wir statt mit Geld, mit Zeit bezahlen würden? Was wäre, wenn wir auf die Sekunde genau unsere verbleibende Lebenszeit kennen?

In Time – Reine Fiktion?

Genau dieses Szenario skizziert der US-Amerikanische Film In Time mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried. In einer fiktiven Zukunft wird jeder Mensch mit einer digitalen Uhr auf dem Arm geboren. Im Alter von 25 Jahren beginnt die Uhr rückwärts zu zählen. Ab dann bleibt nur noch ein Jahr Lebenszeit übrig. Doch in dieser Welt dient die Lebenszeit auch als Zahlungsmittel. Die Miete, der Bus, selbst der Hotdog um die Ecke, alles wird mit den Minuten, Stunden, Tagen und Jahren der eigenen Lebenszeit bezahlt. Wer also seinen schnellen Tod vermeiden möchte, muss seine Uhr im Auge behalten und sich Lebenszeit hinzuverdienen oder ergaunern.

In dieser Welt gibt es wenige Gewinner mit scheinbar ewigem Leben und viele, die um jede Sekunde ringen müssen. Diese Situation dominiert das gesamte Lebensgefühl. Die einen hetzen getrieben und gestresst durch die Straßen, während sie versuchen, sich von Tag zu Tag über Wasser zu halten. Die anderen verprassen sorglos viele Jahre am Pokertisch.

Ernüchternde Parallele

Auch wenn dieses Szenario reine Fiktion ist, ganz so abwegig ist es bei genauer Betrachtung jedoch nicht. Wohl die meisten von uns setzen ihre Lebenszeit dazu ein, um Geld zu verdienen. Damit können wir dann alles kaufen, was wir brauchen oder auch einfach nur wünschen. Wir haben durch die Verwendung von Geld den Zusammenhang zwischen Arbeit, Lebenszeit und Konsum entkoppelt. Außerdem wissen wir auch nicht, wie viel Zeit uns insgesamt bleibt.

Auch unsere Lebenszeit ist begrenzt. Natürlich können wir nicht pauschal Lebenszeit in Euro umrechnen. Aber jeder kann für sich selbst überlegen, wie viel seiner Lebenszeit er einsetzen muss um sein Geld zu verdienen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.000 € bei einem 40-Stunden-Job ist das 1 Minute für gut 19 Cent.

Bezahlen mit Lebenszeit

Den Coffee to go für 2 € bezahlen wir dann mit 10 Minuten unserer Lebenszeit. Das Fastfood-Menü mit rund 7 € tauschen wir gegen mehr als einer halben Stunde unserer Zeit. Das Marken-Jeans-Schnäppchen für 120 € kostet uns 10 Stunden und 39 Minuten unser Lebenszeit.

Würde sich unser Konsumverhalten ändern, wenn wir die Preise nicht in Euro und Cent auszeichnen sondern in Lebenszeit? Würden wir vielleicht auf die Langlebigkeit der Produkte achten? Würden wir bewusster Dinge konsumieren, die unser Leben bereichern? Würden wir immer noch überteuerte Artikel kaufen, von denen von vornherein klar ist, dass sie in absehbarer Zeit in der Ecke und später auf dem Müll landen?

Auch wenn wir diese Frage nicht pauschal beantworten können, so ist eines klar: Da wir nicht mehr Zeit für unser Leben anhäufen können, bleibt einzig und allein viel Leben in unsere Zeit zu bringen.

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.“

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